Iss Dich gesund!
Natürlich geht so eine Umstellung nicht ohne Folgen vor sich. Allein schon das Umfeld wirkt auf einmal ganz anders, man vergleicht die Essgewohnheiten der Anderen mit seinen Eigenen, gibt besserwissende Ratschläge und man macht sich dadurch nicht besonders beliebt. Überhaupt damals, wo noch von gesunder Lebensweise nichts gesprochen wurde, wurden wir milde belächelt, “So ein Unsinn mit dieser einseitigen Ernährung” war so das allgemeine Echo.
Es war ja sicher auch komisch anzusehen, wo wir auch hinkamen, wir hatten unseren eigenen Thermos mit, darin Getreide, meist Reis, Hirse oder Buchweizen gemischt mit Bohnen oder Linsen und Gemüse, Zwiebel, Karotten und Anderes, je nach Saison, darüber noch Tahin, eine Sesampaste, Gomasio, ein Sesam-Salzgemisch, oder Miso in verschiedenen Varianten. Durch die Hitze im Thermos garte dies alles etwas weiter und das Getreide nahm den Geschmack des Gemüses auf, es wurde so richtig durchzogen und schmeckte einfach herrlich. Übrigens, angeblich stellten früher die Bauern ihr Gekochtes, bevor sie auf´s Feld gingen, ins Bett unter die Tuchent und erzielten so auch den Effekt. Das Gekochte wird , durch das lange nachziehen einfach bestens.
Tierische Produkte, Käse, Milch, Eier, Fleisch und Wurst liesen wir zu dieser Zeit gänzlich bei Seite, auch Zucker Kaffee und Schwarztees. Südfrüchte, Bananen, Orangen und so waren auch nicht am Speiseplan. Salz verwendeten wir nur mehr aus dem Meer. Auch verschiedene Algenarten kamen dafür in den Topf. In Wasser gekocht ergeben sie eine feine Grundlage für Suppen. Es ist sicher nicht so, wie manche fürchten, man hätte auf einmal nichts mehr zu essen, wenn man es heraussen hat, ist die Vielfalt sicher höher, als man dies gewöhnlich bei Fleischgerichten hat, oder zumindest nicht geringer. Dem Einfallsreichtum sind Türen und Tore geöffnet.
Seit Meiner Kindheit hatte ich Probleme mit meiner Nase, ein Dauerschnupfen, man sagte mir “chronischer Schnupfen”, wäre dies, ich konnte nicht durch die Nase atmen, verwendete zum Einschlafen ständig eine Nasensalbe und mußte als Kind immer einen Pullunder tragen, wegen des Schnupfens. Auch hattge ich leicht Nasen bluten, sicher durch das ständige putzen. Nach ungefähr 3 Monaten der Ernährungsumstellung hatte ich auf einmal das Gefühl des Nasenblutens. Auf einmal fing es an zu rinnen, ziemlich stark. Geschwind hielt ich mir ein Taschentuch unter, doch als ich dies ansah war es nicht rot vom Blut wie üblich, sondern eine grüne Flüssigkeit, füllte das Tuch. Etwas hatte die Stirn- und Nasenhöhlen geöffnet und von da an konnte ich frei durch die Nase atmen. Keine Salbe mehr zum Einschlafen.
Zur Zeit ess ich nicht mehr so streng, ess gern wieder Käse, überhaupt zu einem Glas guten Rotwein, auch Rind- und Schaffleisch, ja sogar Wurst ist wieder am Teller. Mit der hab ich´s aber auch psychisch-gedanklich, wenn ich mir vorstelle, dass auch er in so einer Haut eingefüllt sein könnte……. da überlege ich schon manchmal, aber, na ja, auch er frisst ja schließlich leidenschaftlich Wurst.
Nur mit der Nase hab ich schon wieder Probleme, nicht ganz zu, so wie früher, aber verlegt und bei Kälte leicht rinnend. Na ja, das Leben besteht halt zu einem Großteil aus Kompromissen.
Nun noch geschwind ein Spruch von Eugen Roth, und dann bis zum nächsten Mal,
alles Liebe, Kuno
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Was bringt den Doktor um sein Brot?
A, die Gesundheit und B, der Tod.
Drum hält der Arzt, auf dass er lebe
uns zwischen Beidem in der Schwebe.
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